VD.pro Kanzlei-Edition

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E-Rechnung

E-Rechnungspflicht ab 2025: Zeitplan, Formate und wie VD.pro Ihre Verfahrensdokumentation für den elektronischen Rechnungsaustausch sicherstellt.

ÜBERBLICK

Was ist die E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine automatische Verarbeitung ermöglicht. Eine reine PDF-Datei oder ein eingescanntes Papierdokument erfüllt diese Anforderung nicht.

Die gesetzliche Grundlage bildet das Wachstumschancengesetz, das am 22. März 2024 den Bundesrat passierte. Es verpflichtet im B2B-Bereich alle inländischen Unternehmen, E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 empfangen und — stufenweise — auch versenden zu können.

Ab dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmer im B2B-Bereich in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen. Die Pflicht zum Versand wird stufenweise bis 2028 eingeführt.

— § 14 UStG n. F., Wachstumschancengesetz
Wichtig

Eine PDF-Rechnung per E-Mail gilt nicht als E-Rechnung im Sinne des Gesetzes — sie ist lediglich eine „sonstige Rechnung".

Team bearbeitet E-Rechnungen am Bildschirm

Die E-Rechnung ist kein technisches Projekt — sie ist der Schlüssel zu durchgängig digitalen Geschäftsprozessen.

STUFENMODELL

Der Zeitplan zur E-Rechnungspflicht

Die Einführung erfolgt stufenweise, um Unternehmen ausreichend Vorbereitungszeit zu geben. Hier der verbindliche Fahrplan:

2025

Empfangspflicht

Seit dem müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Der Versand klassischer Rechnungen (Papier, PDF) bleibt übergangsweise erlaubt.

Empfang PflichtVersand optional
2027

Versandpflicht für größere Unternehmen

Ab dem müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von über 800.000 € E-Rechnungen auch versenden. EDI-Verfahren bleiben bis Ende 2027 zulässig, sofern der Empfänger zustimmt.

Versand > 800k €EDI weiter möglich
2028

Vollständige Pflicht

Ab dem gilt die E-Rechnungspflicht für alle Unternehmen im inländischen B2B-Bereich — unabhängig vom Umsatz. Auch bisherige EDI-Verfahren müssen dann EN 16931-konform sein.

Alle UnternehmenEN 16931 Pflicht
FORMATE

XRechnung, ZUGFeRD & Co.

Das Gesetz verlangt die Einhaltung der europäischen Norm EN 16931. In Deutschland sind zwei Formate besonders verbreitet:

Eine elektronische Rechnung ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht. Das Format muss der europäischen Norm EN 16931 entsprechen.

— § 14 Abs. 1 UStG n. F.

Daneben können auch andere strukturierte Formate wie EDI (z. B. EDIFACT) im Rahmen der Übergangsregelungen weiter genutzt werden, sofern eine korrekte und vollständige Extraktion der Pflichtangaben gewährleistet ist.

Praxistipp

ZUGFeRD ab Version 2.0.1 erfüllt die EN 16931 und ist damit als E-Rechnung anerkannt — ideal für den Einstieg, da es sowohl maschinenlesbar als auch visuell darstellbar ist.

XRechnung

Reines XML-Format — der offizielle deutsche Standard für den öffentlichen Sektor und B2B.

EN 16931XML

ZUGFeRD 2.x

PDF/A-3 mit eingebettetem XML — visuell lesbar und gleichzeitig maschinenlesbar. Ideal für den Mittelstand.

EN 16931PDF + XML

EDI (EDIFACT)

Branchenspezifische Austauschformate — übergangsweise nutzbar bis Ende 2027 mit Zustimmung des Empfängers.

ÜbergangEDIFACT
Team stimmt E-Rechnungsprozesse und Freigaben ab

Wer heute strukturiert digitalisiert, spart morgen Stunden bei jeder einzelnen Rechnung.

PROZESSOPTIMIERUNG

Vorteile der E-Rechnung

Die E-Rechnung ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht — sie bietet erhebliches Potenzial für Kosteneinsparung, Effizienz und Transparenz.

Zeitersparnis

Automatische Erfassung und Zuordnung statt manueller Dateneingabe. Durchschnittlich 60–80 % weniger Bearbeitungszeit pro Rechnung.

Kostensenkung

Kein Druck, kein Porto, keine manuelle Erfassung. Die Kosten pro Rechnung sinken von ca. 11–15 € auf unter 1 €.

Compliance

Automatisierte Prüfung der Pflichtangaben nach § 14 UStG. Fehlerhafte Rechnungen werden sofort erkannt.

Schnellere Zahlung

Automatisierte Workflows beschleunigen Freigabe und Zahlung. Durch Skonto-Nutzung entstehen zusätzliche Einsparungen.

Transparenz

Lückenlose Nachverfolgung jeder Rechnung — vom Eingang über die Freigabe bis zur Archivierung. Ideal für Betriebsprüfungen.

Nachhaltigkeit

Papierlose Prozesse schonen Ressourcen. Bis zu 2 kg CO₂ Einsparung pro Rechnung gegenüber dem Papierversand.

VERFAHRENSDOKUMENTATION

Warum die E-Rechnung eine Verfahrensdokumentation braucht

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) verlangen für jeden elektronischen Geschäftsprozess eine Verfahrensdokumentation.

Für jedes DV-System muss eine übersichtlich gegliederte Verfahrensdokumentation vorhanden sein, aus der Inhalt, Aufbau, Ablauf und Ergebnisse des DV-Verfahrens vollständig und schlüssig ersichtlich sind.

— BMF-Schreiben, Rz. 151

Das bedeutet: Jeder Schritt im E-Rechnungsprozess — vom Empfang über die Validierung bis zur Archivierung — muss dokumentiert, nachvollziehbar und durch einen sachverständigen Dritten in angemessener Zeit prüfbar sein.

Achtung

Ohne Verfahrensdokumentation droht bei einer Betriebsprüfung die Verwerfung der Buchführung — selbst wenn die E-Rechnungen technisch korrekt verarbeitet wurden.

Verfahrensdokumentation E-Rechnung GoBD
EmpfangsprozessDokumentiert ✓
ValidierungDokumentiert ✓
Freigabe-WorkflowDokumentiert ✓
ArchivierungDokumentiert ✓
IKS / KontrollenDokumentiert ✓

Empfangsprozess

Dokumentation des technischen Empfangsweges (E-Mail, Peppol, Portal), der eingesetzten Software und der automatischen Eingangsvalidierung. Festlegung von Zuständigkeiten und Eskalationswegen bei fehlerhaften Rechnungen.

Validierung & Prüfung

Beschreibung der automatisierten Prüfschritte (Schema-Validierung, Pflichtfelder nach § 14 UStG), der manuellen Sachprüfung und der Vier-Augen-Freigabe.

Archivierung

Nachweis der revisionssicheren Speicherung im Originalformat (XML) sowie ggf. der visuellen Darstellung (PDF). Sicherstellung der maschinellen Auswertbarkeit über die gesamte Aufbewahrungsfrist.

Internes Kontrollsystem

Definition der organisatorischen und technischen Kontrollen — z. B. Zugriffsbeschränkungen, Änderungsprotokollierung und regelmäßige Prüfungsroutinen.

Beratungsgespraech zur Umstellung auf E-Rechnungen

Wer seine E-Rechnungsprozesse von Anfang an sauber dokumentiert, ist bei jeder Betriebsprüfung auf der sicheren Seite.

PROZESSABLAUF

Von der E-Rechnung zum Buchungssatz

Ein typischer E-Rechnungsprozess umfasst fünf Schritte — jeder davon muss in der Verfahrensdokumentation abgebildet sein.

Empfang

E-Rechnung geht per E-Mail, Peppol oder Upload-Portal ein.

Validierung

Schema-Prüfung, Pflichtfelder und Formatkonformität.

Freigabe

Sachliche und rechnerische Prüfung, Vier-Augen-Prinzip.

Verbuchung

Automatisierte Kontierung und Buchung im Hauptsystem.

Archivierung

Revisionssichere Speicherung im Originalformat (XML).

PRAXISRELEVANZ

Chancen & Handlungsbedarf

Die E-Rechnungspflicht ist zugleich Herausforderung und Chance. So positionieren Sie Ihre Kanzlei oder Ihr Unternehmen optimal:

Beratungsfeld erweitern

Positionieren Sie sich als Experte für die E-Rechnungspflicht und beraten Mandanten aktiv bei der Umstellung — ein lohnenswertes Zusatzgeschäft.

Prozesse digitalisieren

Nutzen Sie den Anlass, um Eingangs- und Ausgangsrechnungs-Workflows durchgängig zu automatisieren — vom Empfang bis zur Archivierung.

Compliance sichern

Eine aktualisierte Verfahrensdokumentation schützt Mandanten und Kanzlei bei Betriebsprüfungen und zeigt professionelles Datenmanagement.